Samstag, 27. August 2011

Der Bootstrip

Gestern habe ich mit meinem Paten und 20 weiteren Hongkongern, 2 Engländerinnen und einer Japanerin einen Bootstrip unternommen. Forever (mein Pate) meinte, dass dies eine sehr typische Wochenendbeschäftigung für Hongkonger sei. Ich bin also um 7.20 aufgestanden, um gegen 8.00 Uhr mit dem Taxi irgendwo hin zu fahren. Eigentlich wollte Maelys, eine Französin, die ich auf dem Flughafen kennengelernt habe und die auch an der PolyU studiert, mitkommen, aber dann war es ihr doch zu zeitig. Forever hatte meiner Mitbewohnerin eine Notiz gegeben auf der der Ort stand zu dem mich der Taxifahrer bringen sollte. Nach einer 20 minütigen Fahrt stellte sich heraus, dass es ein Bahnhof war. :-)

Die Notiz für den Taxifahrer

Während ich auf Forever wartete, kaufte ich mir eine Octopus Card. Das ist sozusagen eine Prepaid Karte für die U-Bahn mit der ich aber auch in der Kantine mein Essen bezahlen kann. Also fast eine Multifunktionskarte. :-)
Forever holte mich ab und wir fuhren mit 5 seiner Freunde quer durch die Stadt, zu einem Hafen. Also es war mehr so ein Küstenstreifen mit Anlegestelle an dem aber vor allem Hongkonger zu sehen waren. Ich hatte ja keinen Plan von nix und habe mich nur unglaublich gewundert, warum wir für 5 Leute ca. 35 Liter Getränke mitnehmen. Irgendwann traf dann die gesamte Gruppe ein und es stellte sich heraus, dass wir ein relativ großes Boot gemietet hatten, das uns zu einem von vielen kleinen Stränden fuhr. Dort angekommen kann man schon verstehen, dass alle Hongkonger gerne Bootstouren machen. Zum einen waren bereits an die 10 Schiffe in der Bay (und das war ja nur der eine Strand, das gleiche gibt es nochmal an unzählig anderen Stränden) und zum anderen war es auch einfach großartig. 
Wir sind dann vom Boot zum Strand geschwommen und haben da verschiedene Spiele gespielt. Wenn man ein Spiel verloren  hat, gab es immer eine Strafe, die darin bestand, dass man sich mit dem Rücken zur anderen Mannschaft drehen musste und mit dem Ball abgeschossen wurde.
Alles in allem sind alle einfach nur unglaubliche nett und aufgeschlossen und es werden ständig Fotos gemacht. Bis auf das Essen von Knorpeln ist mir auch noch nichts Unbekanntes bezüglich des Verhaltens oder des Umgangs aufgefallen. Ich werde auch oft gefragt, warum ich mich für Hongkong entschieden habe und wenn ich denn sage, dass China für mich ein zu großer Kulturschock gewesen wäre, versteht dass jeder. Die Hongkonger sind glaube ich nicht so sehr happy, dass sie jetzt wieder zu China gehören.
Als wir vom Strand zum Boot zurückkehrten, hatte der Bootsführer für uns Essen gekocht. Wirklich lecker kann ich nur sagen. (Es gab sogar Würstchen. Hätte ich nicht unbedingt in Asien erwartet. Wobei man sich natürlich immer wieder ins Gedächtnis rufen muss, das Hongkong sehr viel mit GB gemein hat und es waren diese Würstchen, die man auch aus England kennt.)

Der Strand

Danach wurden 300 HKG Dollar verlost, was in etwa 30€ entspricht. Irgendjemand hatte sich beim Bootspreis verrechnet und deswegen waren diese 300HKD über. Jedenfalls musste der, der das "Glückslos" gezogen hat, noch eine Aufgabe bewältigen bevor er das Geld bekommt und zwar eine Dose Bier zu exen. (Mädels hätten sogar 2 mal absetzten dürfen) Der erste hat es nicht geschafft und deswegen wurde die ganze Prozedur wiederholt. Es ist für uns vielleicht etwas unverständlich, zumal es auch nur eine kleine 333ml Dose war. Aber der 2. hat es dann geschafft und nahm unter Applaus seine 300 HKD entgegen.
Nachdem das geklärt war, konnten wir uns aussuchen, ob wir Bananenboot fahren wollten oder Wakeboarden. Da ich mich für das Wakeboarden entschieden hatten und die Bananenfahrer aber zuerst an der Reihe waren, nutzte ich die Zeit für ein kleines Nickerchen im Schatten. Ich hatte mich am Strand übrigens unglaublich stark verbrannt und versuchte jetzt jeden Sonnenkontakt zu vermeiden.
Jeder der schon mal gewakeboarded ist, kann sich mit Sicherheit denken, dass ich es nicht geschafft habe aufzustehen, aber es war trotzdem ziemlich cool. Forever meinte, dass es zusätzlich auch noch einmal schwieriger ist als auf einem See, da hier die Wellen des Meeres hinzukamen. Auch wenn es nur leichte waren.


Als ich dann gegen 19.00 Uhr wieder in meinem Zimmer war, war ich so was von todes tod, dass ich es kaum mehr geschafft habe eine kurze Email zu schreiben. Aber es war ein großartiger Tag, von dem ich zwar jetzt ein krebsrotes Gesicht, aber auch unendlich viele tolle Eindrücke habe.

1 Kommentar:

  1. Hört sich nach einem aufregenden Tag an. Über ein Bild von deinem gerne beschriebenen Essenserfahrungen würde man sich auch freuen ;) .

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