Mittwoch, 18. Januar 2012

Ein Resümee

Wenn ich auf die letzten Monate zurück blicke, habe ich eine unvergessliche Zeit vor Augen, in der ich neue Freundschaften geschlossen habe, die ich versuchen werde auch aufrecht zu erhalten. Glücklicherweise ist es nach Paris und Helsinki nicht allzu weit, sodass sogar eine gewisse Chance besteht, dass es klappen könnte.
Ich bin fasziniert von Hongkong und dessen Menschen und werde versuchen zurück zu kehren.
Obwohl ich mit viel schlechteren Noten nach Deutschland zurück gekehrt bin, da die Unterrichtsstruktur ungewohnt und teilweise undurchsichtig war, will ich diese Erfahrung auf keinen Fall missen, denn
sowohl auf persönlicher als auch auf beruflicher Ebene habe ich meine Kompetenzen erweitert und ausgebaut.

Ich möchte hiermit noch einmal betonen, dass Hongkong nicht China ist, sondern eine Sonderverwaltungszone und somit besitzt die Stadt Sonderrechte. Dieser Unterschied ist mir und den Menschen in Hongkong sehr wichtig.

Jeder der die Möglichkeit hat diese Stadt und seine Menschen kennen zu lernen sollte diese Gelegenheit wahrnehmen. Auch wenn die meisten nach 4 Monaten in Asien keinen Reis mehr sehen konnte, denke ich, dass es für uns alle eine Zeit sein wird an die wir uns gerne erinnern und in die wir gerne wieder eintauchen würden.

Diejenigen, die meine Reise nicht mitverfolgt haben, würde ich bitten sich zu den ältesten Post durchzuklicken. Dort schreibe ich mehr über meine Vorbereitungen, die ersten Tage, die Uni und andere Hongkong typische Themen.


Bye bye
Linda


Sonntag, 15. Januar 2012

Dubai - die letzte Station meiner Reise

Am Flughafen hieß es als erstes Abschied nehmen von Maelys, die weiter nach Paris flog. Ich blieb aber noch einen Tag in Dubai, da ich einen EIndruck von der Stadt bekommen wollte. Ich kam früh um 5.00 Uhr in meinem Hotel an und konnte sogar schon in mein Zimmer. Eigentlich wollte ich irgenwo hingehen, um den Sonnenaufgang zu beboachten, war dafür dann aber letzendlich zu müde und entschloss mich 2 Stunden zu schlafen. Dann machte ich mich auf, um die Stadt zu erkunden. Ich begann im historischen Viertel. Dort gab es historische Bauten mit Windtürmen. Diese waren sizusagen, die erste Klimanalage, denn sie sind nach allen vier Seiten offen und leiten jeden kleinen Windzug in das Haus.
Nachdem ich ein wenig den Fluss entlanggeschländert war und die Wassertaxis beobachtet hatte. Kam ich zum clothes souk. Das sind kleine Alleen mit unglaublich vielen Händlern von Stoffen. Dort sah ich zum ersten Mal ein paar mehr Menschen, denn vorher waren die Straßen sehr leer gewesen. Ich fühlte mich aber ziemlich unwohl, denn Männer waren unverhältnismäßig überrepresentiert. 75% der Bevölkerung Dubais sind männlich und das fällt auf den Straßen ja noch stärker auf, weil die Frauen oft im Haus bleiben. Das bedeutet, dass man auf den Straßen fast nur Männer sieht, von denen die eine Hälfte mich anstarrt und die andere Hälfte denkt, dass ich Unheil bringe. Denn als ich den einen Mann anch dem Weg gefragt habe, ist er 2 Schrittte zurück gewesen und hat mich skeptisch angesehen, mir letztendlich dann aber doch geantwortet.
Ich war froh über meine große Sonnenbrille und nachdem ich mir dann wieder ein Tuch über die Schultern geschwungen habe, fühlte ich mich besser.

Meine nächste Station war das Dubai Museum, in dem das alte Dubai, das Leben der Beduinen in der Wüste und das Leben mit dem Meer dargestellt wurde. Es war schön gemacht, aber nicht herausragend, gilt aber als 2. wichtigsten Sehenswürdigkeit.
Als nächstes sah ich mir das Horse Museum an, was ein ziemlicher fail war. Ich hatte gehofft, dass mehr darauf eingegangen wird, wie wichtig die Rolle des Pferdes für die Einheimischen ist oder das mehr auf die Rasse der Araber und Berber eingegangen wird. Es war jedoch eher eine Einführung in das Thema Pferd, bei der Rassen, Ernährung, Haltung und Pflege abgehandelt wurden. Für ein Kindermuseum war es zu langweilig gestaltet, da es nur Wandtafeln gab, die man lesen konnte und für einen anderen Anspruch waren die Sätze zu einfach geschrieben wie zum Beispiel: "Wenn Pferde etwas Falsches essen können sie krank werden. Es ist wichtig auf die Ernährung der Pferde zu achten" (frei übersetzt, aber es war wirklich in dieser Art geschrieben)




Mitten in der Stadt war auf einmal einfach eine Kuh ...

... und ein Ziegenstall
Daraufhin wollte ich mir eine bekannte Moschee ansehen und lief und lief und lief und dann taten mir zum ersten Mal die Füße weh und es war 12.00 Uhr und die Sonne brannte mir in Gesicht. Dubai ist echt weit! Keine Fußgängerstadt. Nein, nein. Nach ca. 4 km sah ich die Moschee dann auch von Weitem. Ich hatte aber keine Lust mehr in ihre Richtung abzubiegen, da ich den Weg wieder zurück hätte laufen müssen, um an die Sheikh Zayed Road zu kommen. Die Sheikh Zayed Road ist die größte und bekannteste Straße Dubais. In ganz Dubai gibt es nur 2 Metro-Linien somit hätte ich meinen Weg mit diesem Verkehrsmittel nicht verkürzen können. Die eine verläuft auf der Sheikh Zayed Road und ist vollautomatisch, d.h. es bedarf keinen menschlichen Zugführer und die andere ist in einem komplett anderen Teil der Stadt. Um zu dem Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt zu kommen, musste man erst mit der Metro zur Burj Khalifa Station fahren, um von dort mit einem Bustransfer zu dem eigentlichen Gebäude zu kommen. Ursprünglich hieß das Gebäude übrigens Burj Dubai, aber da Chalifa bin Zayid Al Nahyan der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher in Abu Dabi den Bau finanziell unterstützen musste, wurde er zu seinen Ehren benannt. Dies wurde aber erst während der Eröffnungsfeier bekannt, an der Chalifa bin Zayid Al Nahyan gar nicht teilnahm. Hier gab es im Bus ein Frauenabteil, wobei diesmal auch Ehemänner erlaubt waren. :-) Dort habe ich dann auch zum ersten Mal eine vollkommen verschleierte Frau gesehen. Nichtmal ihre Augen waren zu sehen.  Eine andere war aber etwas offener gekleidet. Ich glaube sie hat versucht sich, das Peace-Zeichen zeigend, mit mir im Busfenster zu fotografieren, ich bin mir aber nicht ganz sicher. Die anderen verschleierten Frauen, haben mich komplett ignoriert, als ob ich in ihrer Welt gar nich existieren würde. An dem Einkaufszentrum angekommen, welches unterhalb des Burj Khaila liegt, musste ich feststellen, dass sich die astronomischen Eintrittspreise nicht geändert hatten. Ich hatte gehofft, dass sie vieleicht nur kurz nach der Eröffnung so teuer waren, aber eine Fahrt zur Aussichtsplattform, für die man sich vorher online anmelden musste kostete 20 Euro. Möchte man ohne Anmeldung fahren, bezahlt man ca. 100 Euro!!! Doch das ist meistens eh nicht möglich, da es wochenlang ausverkauft ist.
Wenn es dunkel wird in Dubai, kann die größte Fontaine der Welt bewundert werden. Alle 30 Minuten gibt es eine schöne Show, die mich wirklich überzeugt hat.
Hier der Link:
http://www.youtube.com/watch?v=k5iaSf0RbYk&feature=youtu.be






Ein blockierter Fußgängerweg

So groß ist der Burj Khalifa
Als letztes wollte ich gern noch die berühmte Insel sehen. Es fährt sogar ein Zug auf die Insel und wieder zurück, aber leider ist er nicht mir der Metrostation verbunden. Also entschied ich mich einfach nur an der Wasserfront entlang zu laufen. Aber das ging nicht. Es gab Fußgängerwege, die einfach endeten und ich ein Stück auf dem gut gepflegten Hotelrasen laufen musste, bevor sie neue Fußgängerwege kamen. Wenn man die größe der Stadt und die Gier alles haben zu wollen(Skihalle, Zoo, Aquarium, Rennbahn, Delphinarium, zusätzliche Küsten, Internet Village, usw. ) wirklich mal mit eigenen Augen sieht, verwundert es nicht, dass Dubai der größte Energieverbraucher weltweit ist. Man bedenke allein die ganzen Kühlsystem, der verglasten Wolkenkratzer, die eigentlich wie ein Gewächshaus aufgebaut sind! Resümierend bin ich froh, dass ich diese Stadt kennenlernen durfte und der Service hier ist wirklich richtig gut. Wenn man sich in den moderenen Vierteln aufhällt gibt es auch keinen Frauen-Männerkonflikt. Aber ich denke, ich werde kein Dubai-Fan.

Montag, 9. Januar 2012

Der Abschied

Langsam aber sicher rückte der Tag der Abreise immer näher. Einen Tag zuvor hatte ich noch meine letzte Klausur und dann hieß es von allem Abschied nehmen. Ich war mir bewusst, dass ich ein Paket nach Hause schicken musste, da ich unmöglich alle meine Sachen allein mit meinem Gepäck zurücknehmen konnte. Als ich dann aber mitten im packen war und die 20kg Kiste viel zu klein war, war ich doch etwas verwundert. Ich musste dann noch einmal zur Post gehen und mir eine 30kg Kiste kaufen, diese bot auch ausreichend Platz. Dann bin ich mit Eleanor und Maelys noch ein letztes Mal Dim Sum in dem billigsten Michelin Star Restaurant der Welt essen gegangen.
Auf dem Rückweg zu den Student Halls haben wir dann einen Plan erarbeitet, wie ich dieses riesen Paket überhaupt zur Post kriegen soll. Glücklicherweise konnte man sich unten an der Rezeption einen kleinen Wagen ausleihen und dann war das gar kein Problem mehr. Ich hatte mich noch einmal mit meinem Buddy verabredet und eigentlich wollten wir noch etwas essen gehen, aber ich hatte einen verdammten schlechten Zeitplan und musste mein Paket zur Post bringen, die in 30 Minuten schloss. Also begleitete er mich einfach und wir unterhielten uns ein wenig auf dem Weg. Am Postoffice angekommen, gab es dann die Überraschung: das Paket war 37,5 kg schwer. Also mussten 7kg wieder raus. Meinen Koffer hatte ich zuvor bereits gewogen er hatte genau 30kg, die ich bei Emirates auch haben durfte und in das Handgepäck passt auch nichts mehr. Letztendlich habe ich alle Handtücher und jegliche Bettwäsche in Hongkong gelassen. Dann ging es an die Zimmerabnahme. Mir war nicht ganz bewusst, dass ich dann auch sofort aus dem Zimmer raus muss und deswegen artete es etwas in alles-was-noch-rum-liegt-in-Tüten-stopfen-und-auf-den-Flur-stellen aus. :-) Dann holte ich mir meinen Sicherheitseinbehalt zurück und gab meinen Studentenausweis ab. Ursprünglich wollte ich das Geld gerne noch in Hongkong verbrauchen, aber dann war es auch schon an der Zeit zum Flughafen zu fahren. Ich traf mich mit den Anderen im Erdgeschoss um Abschied zu nehmen und war einfach nur todestraurig. Zum Glück begleitete mich Eleanor zum Flughafen, sodass ich nicht ganz allein war. Beim Check-In wartete eine kleine Überraschung auf mich, denn mein Flug war überfüllt und sie fragten mich, ob ich den Direktflug 4 Stunden später nehmen könnte. Ich wusste, dass Maelys auch diesen späteren Flug nimmt und rief sie an, um zu fragen, ob sie ihren Platz schon wüsste. Sie hatte online bereits eingecheckt und so konnte ich mir einen Platz neben ihr geben lassen. Das ist wirklich witzig, denn wir kamen ja schon gemeinsam und haben fast die gesamten 4 Monate gemeinsam verbrachten und jetzt verließen wir Hongkong auch wieder gemeinsam. Das hat mich unglaublich gefreut. :D

Eine Auszeit in Malaysia - Tag 4

Ich hatte mir den Wecker auf 7.30Uhr gestellt, was aber vollkommen überflüssig war, da um 7.00 Uhr schon der halbe Schlafsaal aufgestanden ist und ich somit unweigerlich auch wach war. Nach einem guten Frühstück mit Rührei, viel geriebenem guten Käse (ich habe seit einer Ewigkeit keinen Käse mehr gegessen ) und Toast sowie einer Tasse Tee mit Milch, machte ich ein paar Fotos von dem Guesthouse und wartete auf meine Tour. Und wie fast immer, war auch wieder ein Deutscher dabei :-) Letztendlich unterhielt ich mich jedoch mehr mit 2 Mädels, die in Hongkong lebten. Die eine kommt ursprünglich aus Bahrain (deren Hauptstadt ist Manama, hihi, Manamana babdi didi, ... :D) und arbeitet in HKG für JPMorgan. Sie ist jetzt seit 4 Jahren in Hongkong und hat schon an unzähligen Orten gearbeitet.In 4 Monaten wird sie nach New York ziehen, weil sie genug von Hongkong hat. Die Andere macht in Hongkong ihren Master, kommt aber ursprünglich aus den Niederlanden und hat auch schon einen Exchange in Singapore gemacht.
Ich muss kurz unterbrechen, denn ich bin gerade voll baff. Ich sitze in dem Common Room des Hostels und erlebe gerade meinen ersten Streit zwischen zwei Asiaten. Ich habe keine Ahnung um was es geht, denn sie wechseln kontinuierlich zwischen Englisch und einer anderen Sprache, aber es ist wirklich das erste Mal in diesen gesamten vier Monaten, dass ich zwei Asiaten sich in der Öffentlichkeit streiten sehe.
Ok, zurück zu meiner Tour. Neben den beiden Mädels aus Hongkong gab es noch ein Pärchen, dass ebenfalls aus den Niederlanden kommt und anlässlich des 30. Geburtstages der Frau eine achtwöchige Reise durch Asien unternimmt.
Als erstes sind wir auf die Teeplantage gefahren. Der große Vorteil des Teeanbaus ist, dass es ein Ganzjahresgeschäft ist und nicht nur saisonal betrieben wird. Die Arbeiter auf den Plantagen sind aber alles keine Einheimischen, sondern sie leben hier für 3 Jahre und dürfen erst danach wieder zurück in ihr Heimatland um ihre Familie zu besuchen. Wenn beide Seiten es dann möchten können sie die Anstellung dann um weitere 3 Jahre verlängern. Die Mutter unseres Guides hat früher auch auf den Plantagen gearbeitet. Sie gehört aber zu der letzten Generation der einheimischen Arbeiterinnen.
Um die Arbeit zu erleichtern wird, die Teepflanze auf der Höhe eines Busches gehalten und alle 3 Jahre gestutzt. Würde dies nicht passieren, wächst die Pflanze baumgroß und die jungen Triebe wären nur noch mit Leitern erreichbar. Ebenfalls interessant war, dass die Pflanzen 82 Jahre alt sind und bis zu 150 Jahre alt werden können. In Festlandchina gibt es auch Pflanzen, die schon 300 Jahre alt sind. :O

Die Teeplantage

Teeernte mit dem Mäher

Leider war das Wetter nicht so schön, denn es regnete den ganzen Tag. Die Tour beinhaltete jedoch auch einen kurzen Gang durch den "Feuchtwald" oder Regenwald und was wäre denn der Regenwald ohne Regen? Die moosbedeckten dünnen Äste der Bäume sahen aus wie Spinnenfüße. Die wild wachsenden Orchideen waren ganz klein, aber unglaublich schön und die faustgroßen fleischfressenden Pflanzen hingen im Dickicht und warteten, dass Insekten in ihre Flüssigkeit rutschen werden.
Des Weiteren gab unser Guide uns eine kleine Einführung in die lokale Heilkräuterlehre und zeigte uns Blätter, die in der berühmten Tigersalbe enthalten ist, andere die Blutungen stillen und wilden Zimt. Falls wir irgendwann mal verloren gehen sollten und uns wirklich kalt ist ( und hier oben ist es wirklich kalt) dann sollen wir 10- 15 Knospen eines bestimmten Farnes essen, den sogenannten Fischgrätenfarn (der heißt so weil, dreimal dürft ihr raten, seine Blätter so ähnlich aussehen wie das Skelett eines Fisches) Die Knospen würden zwar unglaublich bitter schmecken, jedoch wärmen sie von innen. Wenn man jedoch zu viele von ihnen isst, überhitzt man und bekommt Nasenbluten. Alle Pflanzen hier oben ( ich befinde mich gerade auf 2000m über dem Meeresspiegel) enthalten Tanin. Aus diesem Grund gibt es hier auch keine Tiere, weil Tanin für sie giftig ist. Wir Menschen haben damit aber kein Problem.


Die nächste Station war die Teefabrik, in der wir die Teeproduktion beobachten konnten. Ein Mitarbeiter, war etwas unaufmerksam und hat den einen Sack falsch eingesetzt, sodass die Hälfte des Tees langsam aber kontinuierlich auf dem Boden landete. Dummerweise hatte er den Raum verlassen, sodass wir ihn nicht darauf aufmerksam machen konnten. Der Tee konnte anschließend natürlich auch gekostet und gekauft werden.

Die Reibemaschine

Das gibt es bestimmt nicht das ganze Monatsgehalt

Die letzte Station war die Butterfly-Farm, in der es aber auch Schlangen, Insekten, Spinnen, Igel und Kaninchen gab. Es dauerte jedoch ein wenig bevor wir unser Ziel erreichten, denn wir steckten in einem massiven Stau. Die Bergstraße war für deutsche Verhältnisse 1,5-spurig und an jeder Kurve stand jemand und winkte die Fahrzeuge vorbei. Unser Guide meinte, dass die völlig normal für ein Wochenende ist. Es wirkte jedoch sehr abenteuerlich, da die Autos sich mit einem Millimeter breitem Abstand passierten.






Zum Abschluss genossen wir noch ein tolles Schokofondue auf der Erdbeerfarm und fuhren mit dem Taxi zurück zu unserer Unterkunft. Als ich mich auf dem Beifahrersitz sitzend anschnallen wollte, meinte der Fahrer: " No belt!" Als ich ihn fragend ansah, erklärte er, dass es ja eigentlich Pflicht sei, ich aber bei ihm keinen Gurt brauche. ok?!? Es war im allgemeinen ein sehr redseliger Fahrer und er erzählte uns, dass das eine Restaurant an dem wir vorbei fuhren horrende Preise hat, ein Anderes jedoch sehr schön sei und auch einen Kamin habe. Beiläufig meinte er noch, dass er uns aufgrund des hohen Verkehrs mehr abrechnen würde, dies aber mit allen macht und dann ging es auch schon weiter und er fragte uns nach unserer Herkunft und erzählte, dass er endlich seine permanente Aufenthaltsgenehmigung für Malaysia bekommen hat. Wir wussten, dass der normale Preis für die Fahrt 8 MYR und als wir ankamen sollten wir ihm einen Vorschlag machen, was wir bezahlen möchten. Wir schlugen 10 vor, er wollte 12, nach einer kurzen Disskusion haben wir ihm 10 hingelegt und sind ausgestiegen.


Es regnete immer noch und die anderen beiden gingen auf den Markt, um Erdbeer-Flip-Flops zu kaufen (es gibt hier alles mit Erdbeeren, sogar Ohrwärmer, die die Muslime dann über ihren Kopftüchern tragen, das sieht witzig aus :D )
Nachdem ich ein kurzes Nickerchen gehalten habe, trafen wir uns wieder zum Abendessen und fuhren in den Nachbarort, um dort auf den Night market zu gehen. Das war auch problemlos und wir hatten eine schöne Zeit. Als wir jedoch eine Bar suchten um ein Bier zu trinken, kamen wir aus versehen in einen absolut leeren Stripclub (wir waren 4 Mädels und ein Mann). Es war schon etwas komisch, dass die das Licht AUS machten als wir eintraten und die beiden "Kellnerinnen" sich um "unseren Mann" versammelten. Naja wir verließen das Lokal dann und entschieden, zurück zu fahren und uns dort in eine Bar zu setzten, die wir vorher bereits gesehen hatten.
Anscheinend gibt es aber nur 3-4 Taxis und diese waren ewig unterwegs, sodass wir nach einer anderen Möglichkeit suchten, um zurück zu kommen. Ich dachte mir, man könnte ja versuchen die Reisebusse anzuhalten und zu fragen, ob sie uns bis zum nächsten Ort mitnehmen könnten. Der erste Versuch scheiterte. Aber dann habe ich einen Polizisten gefragt und der hat dann den Bus für uns angehalten. Als wir dem Fahrer dann beim Aussteigen etwas Geld geben wollten, hat er es abgelehnt und wir waren happy über unsere kostenlose Mitfahrgelegenheit.

Eine Auszeit in Malaysia - Tag 3

Ich habe gerade im Internet gelesen, dass Malaysia eines der am einfachsten zu bereisenden asiatischen Länder ist. Ok, dann glaube ich habe ich mich einfach wirklich ungeschickt angestellt. :-)

Heute bin ich extra zeitig aufgestanden, damit ich noch 2 Museen besuchen konnte, bevor ich um 13.30 nach Cameron Highlands fahre. Das National Museum war wirklich unglaublich liebevoll gestaltet. Es wurden verschiedene Szenen aus der Geschichte Malaysias dargestellt von den Höhlenmenschen bis zum heutigen Tag. Wieder wurde auf die Eroberung der Portugiesen eingegangen, worüber ich bereits in Melaka viel gehört hatte. Dann kamen die Niederländer, die Briten und zum Schluss die Japaner bevor Malaysia unabhängig wurde. Mit dem Programm OneMalaysia versucht die Regierung ( die Staatsform ist übrigens eine föderale parlamentarische Wahlmonarchie) ein friedliches und harmonische Zusammenleben zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen zu bewirken. Das Museum war wirklich gut, aber der Weg dorthin etwas abenteuerlich. Im Nachhinein habe ich in meinem Reiseführer gelesen, dass der beste Weg dorthin mit dem Bus oder dem Taxi ist und dass kann ich wirklich nur bestätigen. Denn man muss einem Pseudofußgängerweg entlang einer Schnellstraße folgen, die dann auch überqueren (natürlich ohne Ampeln oder dergleichen), um dann als letztes eine Autobahnabfahrt ähnliche Straße zu überqueren. Aber ich habe es ja zum Glück überlebt :-)


Dies ist die offizielle Fußgängerroute

Das National Museum

Danach ging es zum Muslim Art Museum, welches ebenfalls ein wunderschönes Museum war, das verschiedene Modelle von den wichtigsten Moscheen auf der ganze Welt ausgestellt hatte. Besonders interessant fand ich die chinesische Variante.
Dann kam ich aber schon langsam in Zeitnot und machte mich auf den Weg zur Busstation. Das war wieder etwas einfacher gesagt als getan. Als Erstes fragte ich mich zur nächsten U-bahnstation durch und da war das Objekt der Begierde (die Station) auch schon in Sichtweite nur leider auf der anderen Straßenseite. Aber diesmal, ja diesmal hatte ich Glück und es gab eine Fußgängerübergang von meiner Straßenseite zu der U-bahnstation. So bin ich voller Vorfreude mein Leben nicht wieder riskieren zu müssen, die Treppen empor gestiegen, um dann festzustellen, dass der Übergang gesperrt war. Great, also doch wieder rein ins Verkehrsgewühl. Mein ursprünglicher Plan zu der U-bahnstation zulaufen und von dort aus mit der Bahn zum Busterminal zu fahren, denn diesen Weg kannte ich bereits vom Tag zuvor. Doch dann war das Busterminal als Fußweg ausgeschildert und ich entschloss mich kurzerhand doch zu Fuß zu gehen. Hm, ... nach dem ersten Schild folgten leider keine weiteren und so hieß es wieder durchfragen. Es ging aber relativ schnell diesmal. Ein Polizeibeamter half mir dann weiter, wunderte sich jedoch als ich schon weg war, warum ich den Weg nicht weiß, obwohl ich doch schon ein Ticket habe. Ich meine so etwas oder Ähnliches gehört zu haben.
Auf dem Weg zum Busterminal

Am Busterminal angekommen gab es auch wieder eine großartige Aktion. Auf meinem Ticket stand, dass der Bus von Plattform 15 abfahren wird. Also wartete ich brav vor Plattform 15 (man sieht von dort aus nicht den Bus sondern geht erst ein Stockwerk tiefer und dort sind dann alle Busse) und hoffte, dass irgendetwas passieren wird, damit ich weiß, dass ich jetzt runter gehen muss oder dass ich auch wirklich an der richtigen Plattform warte. Hm, nix. Die Zeit verging und ich checkte meinen Bus noch einmal an der Tafel. Dort stand, dass er von Plattform 21 los fährt. Ok, dann gehe ich halt zu Plattform 21. JA!!! Aber Plattform 21 gibt es gar nicht! Haha! Alle Plattformen sind so wie es sich gehört durchnummeriert, nur folgt auf Plattform 20 Plattform 22. Prinzipiell stand oben bei der Warte area 20&21, aber unten bei den Bussen war es dann wieder nur 20 und 22. Aber was ja noch viel tragischer war: kein Bus. Dieser Umstand ist äußerst ungünstig, denn wenn ich diesen Bus verpasse, fährt an diesem Tag kein anderer mehr. Also habe ich noch einmal Plattform 15 unter Augenschein genommen und da standen zumindest Menschen und somit stellte ich mich einfach mit an. Dann kam auch jemand, der aussah als würde er zum Personal gehören und warf von weitem einen Blick auf die Tickets. Er sprach die Frau vor mir an, deren Ticket anders aussah als meines. Hoffnung keimte in mir auf, dass ich an der richtigen Plattform war. Dann kam der Bus. Nach Cameron Highlands. Das klingt ja gut, dachte ich mir. Welche Firma? GT Express. YES das stand auch auf meinem Ticket  :-). Also habe ich mich in die wirklich gemütlichen Sitze gekuschelt und schon war ich eingeschlafen. Normalerweise schlafe ich erst ein, sobald der Bus bereits losgefahren ist, aber an diesem Tag war ich wie gesagt ziemlich zeitig aufgestanden. Irgendwann holte mich dann ein lautes Rascheln wieder in die Realität zurück und wir waren immer noch an der Busstation. Kurzer Blick auf die Uhr: 14.05. Moment mal wir wollten doch um 13.30 losfahren. Ich fragte meine Mitfahrer, wo denn das Problem liege, wissen sie auch nicht. Daraufhin bin vor zu dem Busfahrer gegangen und habe gefragt warum wir denn nicht losfahren. Dann meckert er mich an, dass wenn ich den Bus vor uns wegschieben würde, er auch sehr gerne losfahren würde. Ja stimmt da war immer noch ein Bus vor uns, kann einem ja entfallen, wenn man gerade aufgewacht ist. Also entschuldigte ich mich und ging wieder zurück zu meinem Platz. Kurz darauf wurde erst einmal prophylaktisch gehupt, um dann aus zusteigen und den anderen Busfahrer zu bitten wegzufahren?!? Honestly? Wieso ging das denn nicht schon vor 20 Minuten und wieso muss ich erst nachfragen bevor er das macht? Naja, jetzt waren wir ja endlich unterwegs. Nach etwa 2 Stunden haben wir einen Stopp gemacht und ich habe frisch frittierte Bananen gegessen. Kurz bevor wir ankamen hatte ich ernsthafte Bedenken, was ich denn mache, wenn der Shuttlebus, den ich bestellt hatte, bereits wieder gefahren ist, weil ich erst so spät ankam. Notfalls würde ich mich halt wieder durchfragen und hoffte, dass es ein kleiner Ort ist, an dem jeder das Hostel kennt. Zum Glück war dies aber gar nicht nötig, denn der nette Mann und sein Shuttlebus waren noch da. Nachdem ich eingecheckt, mein Bett bezogen und meine Sache sortiert hatte ging ich hinunter ins Dorf um zu Abend zu essen. Ich möchte betonen, dass es wirklich ein kleiner Ort ist mitten im Nirgendwo, mit 3 Restaurants und 4 Einkaufsläden, aber einem Starbucks. :-) Jedenfalls habe ich mich dann für einen Inder entschieden. Der Kellner fragte mich ob ich aus Italien komme. Italien? Wie kommt er denn darauf? Nein Deutschland, blabla. Habe ich einen Ehemann? WHAT?? Dann habe ich ihn leider spontan ausgelacht und gesagt, dass ich verheiratet sei, um meine Ruhe zu haben. Aber meine Antwort hat er gar nicht mehr richtig verstanden, weil er schon weg war. Das Essen war aber sehr lecker und ich habe auch zusätzliches Dal bekommen, als meine erste Portion alle war. :-)
Das Guesthouse


Donnerstag, 5. Januar 2012

Eine Auszeit in Malaysia - Tag 2

Für diesen Tag hatte ich mir vorgenommen nach Melaka zu fahren und mein Busticket nach Cameron Highlands zu kaufen. Ich hatte im Internet die Abfahrtszeiten herausgesucht und machte mich auf den Weg zur Busstation. In meinem Reiseführer stand, dass es eine große Busstation namens Puduraya gab, die an der Pudu Straße liegt. Im Internet stand aber, dass die Busser nach Melaka von B'Spandau abfahren und als ich das im Internet gesucht habe, war diese Station schon fast außerhalb der Stadt. Also machte ich mich auf dem Weg nach Puduraya und wollte mal schauen, ob ich vielleicht doch beide Tickets dort erhalte. Mein Reiseführer war in dieser Hinsicht jedoch etwas fehlleitend, sodass ich erst zu er Metrostation Pudu gefahren bin. Klang ja einläuchtend , da die Station ja auch an der Pudu Straße liegt. Ich kam aber an einer ziemlich ländlichen Gegend hinaus und sah weit und breit keine reisen große Busstation. Die Menschen sahen auch nicht so aus, alsob sie Englisch verstehen würden. Es war etwas komisch ein ältere Herr hatte seine Enkelin auf dem Arm und bat mich um Geld. Das war aber eine spontane Reaktion als er mich sah. Ich lief ein wenig herum und fand letzendlich ein Reisbüro und dachte, dass ich dort ja mal mein Glück probieren und nach dem Weg fragen könnte. Leider sprachen sie auch nur gebrochen Englisch verwiesen mich aber zu einer anderen Metrostation. Ok also ging ich zurück zur Station Pudu und kaufte ein neues Ticket zurück in die Stadt. Als ich wartete fragte ich, um sicher zu gehen, einen Chinesen nach dem Weg. Er musste auch zu der selben Station und bot an mich dort hinzubringen. Puh, Glück gehabt. Er war sogar so nett, dass er mit mir sogar das Busticket nach Cameron Highlands kaufen ging und sich dan noch erkundigte wie ich am Besten nach Melaka komme. Denn die Busse, die in südlicher Richtung fahren, starten von einer anderen Station. Der B'Spandau oder kurz BSP. Wenn man dass weiß, ist es auch alles gar nicht so schwierig, aber ich habe den gesamten Vormittag gebraucht um diese 2 Bustickets zu kaufen und zu der richtigen Station zu kommen um nach Melaka zu fahren. Das war ein wenig ärgerlich. Als ich dann im BSP ankam, war ich erstaunt, wie groß das wirklich ist. Mann kann es sich vom Aufbau ähnlich wie einen Flughafen vorstellen, nur halt viel kleienr natürlich. Aber man kauft die Tickets im ersten Stock und im EG sind dann die gesamten Terminals. Jedenfalls kaufte ich dann ein Ticket für den nächsten Bus, der in 5 Minuten abfuhr. Die Verkäuferin fragte mich noch, ob ich das wirklich machen will. Daraufhin war ich verunsichert und wollte wissen, ob es denn machbar sein. Das kommt auf mich an, antwortete sie. Hm, nagut, versuchen wir es halt. Ticket genommen, kurz gescheckt ob ich wirklich alles habe, Portemonaie, Reisepass, Ticket, Handy, ok alles da und dann bin ich los gerannt. Habe den Bus aber ohne Probleme erreicht :-) Auf der Fahrt habe ich dann ein wenig geschlafen und gelesen. Nachdem wir ankamen kaufte ich mir als erstes das späteste Rückfahrticket, das war gegen 22.00 Uhr. Dann musste ich den Bus suchen, der in die Stadt fährt, da das Terminal etwas außerhalb war. Gott sei dank stand in meinem Reiseführer, dass es der S18 ist, ansonsten wäre man ziemlich aufgeschmissen, da man keine Beschilderung dafür findet und er fuhr auch noch von der anderen Seiten des Terminals ab, von dem die Langstreckenbusse abfahren. Also vielleicht habe ích mich auch nur etwas ungeschickt angestellt, aber ich fand das alles echt nicht so einfach, alle Dinge zu finden. Meine malayische Freundin in Hongkong hat mich darin aber auch bestätigt und gemein, dass sie es ziemlich bewundernswert findet, dass ich mir das alles zutraue, gerade weil es so schwer ist sich zu orientieren.

In Melaka habe ich dann eine 2 stündige Rickshaw Rundfahrt gemacht und dabei alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gesehen. Mein Guide war auch sehr ambitioniert und hat mir viel Geschichtliches erzählt, wobei ich große Schwierigkeiten hatte ihn zu verstehen und manchmal war ich mir nicht so sicher, ob er das was er erzählt auch verstanden hat, da manche Sacher etwas verdreht erschienen. Nichtsdestotrotz war es sehr interessant und sehenswert. Eine Überraschung war, dass ich bei einem Schuhmacher, der Schuhe für Bound Feets herstellte, einen deutschen Artikel fand.


Der erste Bus ohne Klimaanlage

Früher waren die Häuser weiß, aber der Backstein hat immer durchgeschienen, sodass man sie letzendlich einfach rot gestrichen hat.

Die Nachbildung der portugiesischen "Flor de la Mar", die gefüllt mit Schätzen aus Melaka vor der Küste gesunken ist, als sie auf dem Rückweg nach Portugal war. Sie wurde niemals wiedergefunden.

Dort wo die Häuser heute stehen, war früher die Küstenlinie.

Die portugiesische St. Pauls Church.  

Ein lokaler Maler, mit dem ich mich lange unetrhalten habe :-)

Ein deutscher Artikel über Bound Feet.

Die Füße der chinesischen Frauen wurden auf diese Größe zusammengebunden. Diese Praxis ist heutzutage jedoch verboten.

Walking in the streets of Melaka

Die japanische Armee erobert Malaysia via Fahrrad



Ein echt cooler Police Officer
Nach dieser Tour hatte ich einen riesen Hunger, es war gegen 17.00 Uhr und ich hatte seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. Eigentlich wollte ich typisch melakkisch essen, aber die Restaurants öffneten alle erst so spät und so lange konnte ich nicht warten. Glücklicherweise fand ich einen Hawker Stall an dem die einen schon chinesische Suppe servierten, also aß ich wieder chinesisch :-)
Als ich dann meinen weiteren Tag planen wollte, viel mir auf, dass die Museen in die ich noch gehen wollte, bereits um 16.30 geschlossen hatten. Also entschließ ich mich ein wenig durch die Stand zu schlendern und musste feststellen, dass die meisten Geschäfte um 18.00 Uhr schlossen. Hm mein Bus zurück ging um 22.00 was sollte ich denn jetzt noch die ganze Zeit machen? Ich verscuhte mein Glück und fuhr zurück zu der Busstation um zu schauen, ob ich mit meinem Ticket auch einen Bus eher nehmen könnte. Als ich bei der Tourismusinformation anchfragen wollte, wo der Bus in Richtung Busterminal wieder abfährt, hatte ich Glück und eine Beamte holte gerade die Fahnen vor dem Büro ein und konnte mir weiterhelfen. Es gab wieder keinen Fahrplan und keine Beschilderung. Ich musste aber nicht lange warten und dann kam ein roter Bus(die Frau von der Touristeninformation hatte etwas von einem roten Bus erzählt) und er hatte auch die S18 in der Windschutzscheibe hängen. Dann müsste das ja meiner sein, hoffte ich. Die Hinfahrt hatte mich 1MYR gekostet, jetzt wollte der Busfahrer aber 1,5 MYR haben. Ich war so schon etwas von der uneffizienz dieses Tages abgenervt und hatte auch nur noch 1 MYR oder scheine in meinem Portmonaie und meinte gereizt, dass ich mit dem Bus auch hergefahren bin und dass ich weiß dass es nur 1 MYR sind. Ich weiß nicht, ob er dann den Preis aus Nettigkeit oder aus anderen Gründen herunter gesetzt hat, denn die Strecke war eine andere als auf der Hintour und vielleicht war die Rückfahrt ja wirklich teurer. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass der Bus für manche Fahrgäste seine Route etwas abänderte, denn auf einmal waren wir in einem Wohngebiet mit echt engen Straßen, aus denen er dann auch wieder nciht so einfach herauskam und irgendwann stieg eine Frau aus, eine Bushaltestelle war weit und breit nicht zu sehen. Das es keine Bushaltestelle gab, muss ja aber nicht heißen, dass es nicht auf der offiziellen Route lag. :-)
Als ich dann wieder an der Melaka Sentral Station (ja sie schreiben Central einfach mit S) musste ich einen kleinen "Aufpreis" zahlen und konnte dann bereits mit dem Bus um 20.00 Uhr zurück fahren. Die Langstreckenbusse sind echt komfortable muss ich sagen. Es gibt große gemütliche Sessel und man hat ausreichend Platz. Als ich dann wieder in KL war, ging ich noch zum dem Merdeka Square der sich vor dem Sultan Abdul Samad Building befindet. Es war wirklich wunderschön beleuchtet. Was mich jedoch verwunderte war, dass auf dem Rasen viele Eltern noch mit ihren Kindern spielten und kleine Propeller mit LED Lichtern in den Himmel schossen. Es war jetzt schon fast nach Mitternacht und die Kinder waren noch nicht besonders alt. Nachdem ich ihnen ein wenig zugesehen hatte, ging ich zurück zu meinem Hostel und fiel todmüde in mein Bett.


Weihnachtliche Deko

Mittwoch, 4. Januar 2012

Eine Auszeit in Malaysia - Tag 1

Da mein Flug erst um 4 Stunden nach hinten verschoben wurde und dann auch noch eine Stunde Verspätung hatte, kam ich erst um 3 Uhr morgens in meinem Hostel an und war todmüde. Als ich ein Ticket fuer den Transferbus vom Flughafen nach Kuala Lumpur kaufen wollte, erkundigte ich mich welche Währung denn alle akzeptiert werden. Alle. Uh das ist ja praktisch dachte ich mir, da ich noch keine Gelegenheit gehabt hatte, einheimische Währung abzuhaeben und nur Hongkong Dollar bei mir hatte. Also sagte ich der Verkäuferin, dass ich Hongkong Dollar habe und gern ein Ticket haette und erwarte, dass sie mir jetzt den Preis sagen wuerde, aber NEIN weit gefehlt haha. Anscheinend verlaesst man sich auf die Ehrlichkeit der Touristen, denn das Umrechnen blieb meine Sache. Ich wüsste gern, ob sie jede Summe akzeptiert hätte oder ob sie selbst auch mitgerechnet hat. Naja ich werde es nie erfahren. Am Flughafen hatte ich noch einen Backpacker getroffen, dessen Flug früh um 10 Uhr ging und der für die Nacht noch eine billige Unterkunft suchte, also haben wir uns einfach das Taxi geteilt und sind zu dem Hostel gefahren in dem ich reserviert hatte. Etwas ungewöhnlich war, dass man sich seine eigene Toilettenpapierrolle kaufen musste, aber gut ich glaube das lag daran, dass man normalerweise kein Toilettenpapier in Malaysia benutzt und das deswegen nur für die internationalen Gäste angeboten wurde. Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg um die Stadt zu erkunden. Ich finde es ist eine interessante Stadt. Dreckiger als die, die ich zuvor gesehen habe und es gibt auch mehr Obdachlose und trotzdem habe ich mich immer sicher gefühlt, trotzdem ich dauernd mit einem "Hi" oder "Hello" begrüßt wurde. Mein persoenlicher Favorit war "Hi, Spicegirl." :D
Ich war mir nicht ganz sicher, wie ich mich zu verhalten hatte, denn die Bevölkerung Malaysias besteht aus 3 großen ethnischen Gruppen: den Muslimen, den Chinese und den Malayen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wo die Muslime herkommen, deswegen belasse ich es einfach so. Ich denke der Kernkonflikt ist nichtsdestotrotz ersichtlich. Auffallend war, dass Frauen in öffenlichen Positionen, also zum Beispiel beim Zoll immer ein Kopftuch trugen. Ich habe später eine Freundin in Hongkong gefragt, die aus Malaysia kommt und sie meinte, dass es für die anderen Gruppen schwer ist an Regierungsjobs zu kommen.
Ich entschied mich ein schulterbedeckendes T-Shirt und ein Halstuch zu tragen, dass ich in Situationen in denen es angebracht erscheint ausbreiten und über die gesamten Arme legen kann.

Direkt vor meinem Hostel war ein Straßenstand mit Essen. :D Das musste ich natürlich ersteinmal probieren. Die frittierten Bananen waren echt lecker, zumal die Bananen auch anders schmecken als wir sie kennen, irgendwie mehliger finde ich. Und mein absoluter Liebling waren die Curry-Cookies mit Mais und noch irgendetwas anderem (auf dem Bild 2. von links)


Auf diesem Plataeu hier rechts, wurden abends immer Stühle hingestellt und es wurde laut Musik gespielt. Aus Lautsprechern, das ist deshalb verwunderlich, da ein Einheimischer es uns als Livemusik verkaufen wollte, glaube ich zumindest. Jedenfalls war es niedlich, da ich an einem Abend hier essen war, die eine Kellnerin aber nur gebrochen Englisch sprechen konnte. Sie fand es aber toll, dass ich da war und meinte dann, dass ich den nächsten Abend wieder kommen sollte. Das fand ich süß.
Die große Schiene über Straße ist übringens für die Metro, welche nicht in staatlicher Hand ist, sondern unter verschiedenen Betreibern aufgeteilt ist. Das ist manchmal etwas uncomfortabel, denn wenn man an der einen Station umsteigen möchte, muss man erst ganz raus gehen um ein neues Ticket bei dem anderen Betreiber zu kaufen und dann die andere Bahn zu nehmen. Ich nehme an, wenn man ein Monatsticket für das ganze Stadtgebiet benötigt muss man auch 3 oder 4 verschiedene kaufen (bei jedem Betreiber eine)


Kuala Lumpur hat auf mich einen sehr gegensätzlichen Eindruck gemacht. Klein neben Groß. Neue neben verfallenen, ausgebrannten oder verlassenen Häusern, Dorf und gleichzeitig Großstadt.






Nachdem ich dann bereits eine Weile unterwegs war, bekam ich Hunger und beschloss in einen der Restaurant essen zu gehen, die ein Buffet hatten. Dummerweise sprach niemand fließend Englisch, was die Sache etwas schwierig machte. Letzendlich nahm ich mir dann einen Teller und nahm etwas vom Buffet, dann wollte ich gern noch einen Brotfladen. Ich hatte bereits gesehen, wie er auf der einen heissen Platte gemacht wurde und ging also zu dem Koch und versuchte ihm mitzuteilen, dass ich gern diesen Brotfladen hätte. Naja ich bekam ein Spiegelei. Immerhin ist beides rund.
Ich gab aber mit meinem Fladen nicht auf und zufällig öffnete ein andere Kellner eine kleine Box, wo ganz viele Fladen warm gehalten wurden. Super dann konnte ich also auch darauf zeigen und hatte jetzt mein Essen zusammen. Trinken war dann einfacher, da  wir festgestellt hatten, dass wir uns eh nicht verstehen hat er mir irgendwas gebracht. Und irgendwas war ultra süßer Litschisaft. Beim Essen beobachtet ich dann die anderen Gaeste und es stellte sich herraus, dass das Buffet nur fuer die Kellner ist. Man setzt sich, bestellt bei den Kellnern und die holen das dann vom "Buffet".  Hatte ja auch alles so geklappt zum Glück. :-)
Ich hatte mich unter anderem fuer gelbes Curry mit Meeresfruechten entschieden und war gerade dabei den Tintenfischkopf zu halbieren, als aus dessen Spitze ein feiner Strahl gelber Currysosse mit Überschallgeschwindigkeit in meine Richtung spritzte. Ich hatte keine Chance mehr zu reagieren. Natuerlich trug ich ein weisses T-Shirt und so hatte sich der urspruengliche Plan, in dem ich das Halstuch bei angemessenen Gelegenheiten ueberwerfen wollte erledigt und ich trug es den gesamten Tag, um die gelben Fleck zu verdecken.
Mein nächstes Ziel waren die Petronastower. Also machte ich mich per pedes auf den Weg zu dem vierthoechsten Gebauede der Welt. Aber Fussgaenger haben es echt nicht so einfach in Kuala Lumpur, denn die Fussgängerampeln sind zwar da, funktionieren aber fast nie (siehe Beweisfoto) Oder es gibt nur Pseudofussgängerwege, aber darauf werde ich später eingehen.



Ich kaufte eines der letzten Tickets für die letzte Auffahrt zu der Aussichtsplatttform an diesem Tag welche um 17.30 war. Leider war es aber erst 13.00 Uhr, sodass ich mich entschloss in der Zwischenzeit zu den Batu Caves zu fahren. Dies ist ein hinduistischer Tempel in einer Felsspalte, der nördlich von Kuala Lumpur liegt, mit der Metro aber gut zu erreichen ist. Neben dem Temple Cave gibt es auch eine Dark Cave, in der eine der seltesten und ältesten Spinnen dieser Welt lebt (ihre Vorfahren haben bereits zu Zeiten der Dinosaurier gelebt) In dieser Dark CAve nahm ich an einer kurzen Führung teil. Das witzige dabei war, dass als ich auf den Beginn der Führung wartete von einer Chinesin in meinem Alter angesprochen wurde, on ich an der Führung teilnehme. Denn sie würde eigentlich auch ganz gerne, hatte aber zu viel Angst und als ich ihr versicherte, dass wir das zusammen machen können rang sie sich durch und schrieb sich auch ein. Wie unterhielten uns ein wenig über unsere Studienrichtungen und da erfuhr ich, dass man in China keine freie Wahl bezüglich des Studienfaches hat. Man macht einen Einstufungstest und danach bekommt man 2 Alternativen zur Auswahl. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass die Alternativen das Fach und die Universität und somit den Ort des Studiums vorschreiben. Ein hoch auf die deutsche Entscheidungsfreiheit.

In der Höhle gab es 2 verschiedene Fledermausarten, Insektenfresser und Fruchtfresser. Die Frucht fressenden Fledermäuse kann man hören und die können auch im Gegensatz zu den Insekten fressenden sehen. Und die Reste die die Fruchtfresser fallen lassen sammeln sich dann auf dem Boden und werden von Horden von Kakaleken gefressen und die werden dann wieder von den Insektenfressenden Fledermäusen gefressen. Circle of Life :-)
Zur Begrüßung gleich neben dem Metroausgang

Man beachte die vielen Treppen im Hintergrund

Ein Baum, der durch denTempel wächst

Als ich mich danach auf den Weg in die Temple Cave machte musste ich einen kurzen Fotoshoot stop machen, um den mich ein paar Chinesinnen baten. (Dieses Celebrityleben werde ich unter Umständen vermissen :-) ) Auf der Rückfahr nach Kuala Lumpur saß ich in einem Wagon, der nur für Frauen bestimmt war. Ein Pärchen kam gerade noch in letzter Sekunde und realisierte nicht gleich in welchen Wagen sie gesprintet sind. Sie wurden sofort darauf aufmerksam gemacht, dass dies nur ein Frauen wagen ist und verließen ihn dann auch umgehend.

Ein Regenschauer am Ende der Regenzeit

Der Blick von der Temple Cave zur Lichtung, die ebenfalls einen Tempel hatte

Der Ladies- only-Wagen
 Dummerweise hatte ich mich etwas verspätet und war 17.35 an dem Treffpunkt ( auf der Eintrittskarte stand dass man bereits um 17.15 das sein sollte), leider waren alle schon weg, aber ich konnte die Sicherheitsleute überzeugen, dass sie mich doch noch rauf lassen :D Nach mir kam dann noch ein anderes Pärchen und so war das ganze nicht nur für mich allein, denn es musste extra einer der Sicherheitleute erneut herunterkommen um uns abzuholen. Die Stadt war durch den Regen, der kurz zuvor gestoppt hatte, in Nebelschwaden gehüllt, die vermischt mit dem Sonnenlicht märchenhaft und majestätisch wirkten.


Als die gesamte Besuchergruppe wieder nach unten fuhr, kam ich mit einem Nürnberger, einem in Australien lebenden Polen und einer in Südafrika geborenen Engländerin ins Gespräch. Wir entschieden uns noch ein Bier trinken zu gehen und das erste was wir sahen, als wir uns an den Tresen setzten, war eine Kakalake die quer über den gesamten Tresen lief. Wir schnipsten sie zurück hinter die Bar und bestellten unser Bier :D (Man härtet ab mit der Zeit)
Danach stattet wir den Berliner Bären Ausstellung noch einen Besuch ab und suchten einen Streetfood- Stand um zu Abend zu essen. Es ist witzig wie schnell man neue Menschen kennenlernt und mit ihnen ins Gespräch kommt.
Nach dem Essen verabschiedeten wir uns und jeder ging wieder seiner Wege.