Donnerstag, 5. Januar 2012

Eine Auszeit in Malaysia - Tag 2

Für diesen Tag hatte ich mir vorgenommen nach Melaka zu fahren und mein Busticket nach Cameron Highlands zu kaufen. Ich hatte im Internet die Abfahrtszeiten herausgesucht und machte mich auf den Weg zur Busstation. In meinem Reiseführer stand, dass es eine große Busstation namens Puduraya gab, die an der Pudu Straße liegt. Im Internet stand aber, dass die Busser nach Melaka von B'Spandau abfahren und als ich das im Internet gesucht habe, war diese Station schon fast außerhalb der Stadt. Also machte ich mich auf dem Weg nach Puduraya und wollte mal schauen, ob ich vielleicht doch beide Tickets dort erhalte. Mein Reiseführer war in dieser Hinsicht jedoch etwas fehlleitend, sodass ich erst zu er Metrostation Pudu gefahren bin. Klang ja einläuchtend , da die Station ja auch an der Pudu Straße liegt. Ich kam aber an einer ziemlich ländlichen Gegend hinaus und sah weit und breit keine reisen große Busstation. Die Menschen sahen auch nicht so aus, alsob sie Englisch verstehen würden. Es war etwas komisch ein ältere Herr hatte seine Enkelin auf dem Arm und bat mich um Geld. Das war aber eine spontane Reaktion als er mich sah. Ich lief ein wenig herum und fand letzendlich ein Reisbüro und dachte, dass ich dort ja mal mein Glück probieren und nach dem Weg fragen könnte. Leider sprachen sie auch nur gebrochen Englisch verwiesen mich aber zu einer anderen Metrostation. Ok also ging ich zurück zur Station Pudu und kaufte ein neues Ticket zurück in die Stadt. Als ich wartete fragte ich, um sicher zu gehen, einen Chinesen nach dem Weg. Er musste auch zu der selben Station und bot an mich dort hinzubringen. Puh, Glück gehabt. Er war sogar so nett, dass er mit mir sogar das Busticket nach Cameron Highlands kaufen ging und sich dan noch erkundigte wie ich am Besten nach Melaka komme. Denn die Busse, die in südlicher Richtung fahren, starten von einer anderen Station. Der B'Spandau oder kurz BSP. Wenn man dass weiß, ist es auch alles gar nicht so schwierig, aber ich habe den gesamten Vormittag gebraucht um diese 2 Bustickets zu kaufen und zu der richtigen Station zu kommen um nach Melaka zu fahren. Das war ein wenig ärgerlich. Als ich dann im BSP ankam, war ich erstaunt, wie groß das wirklich ist. Mann kann es sich vom Aufbau ähnlich wie einen Flughafen vorstellen, nur halt viel kleienr natürlich. Aber man kauft die Tickets im ersten Stock und im EG sind dann die gesamten Terminals. Jedenfalls kaufte ich dann ein Ticket für den nächsten Bus, der in 5 Minuten abfuhr. Die Verkäuferin fragte mich noch, ob ich das wirklich machen will. Daraufhin war ich verunsichert und wollte wissen, ob es denn machbar sein. Das kommt auf mich an, antwortete sie. Hm, nagut, versuchen wir es halt. Ticket genommen, kurz gescheckt ob ich wirklich alles habe, Portemonaie, Reisepass, Ticket, Handy, ok alles da und dann bin ich los gerannt. Habe den Bus aber ohne Probleme erreicht :-) Auf der Fahrt habe ich dann ein wenig geschlafen und gelesen. Nachdem wir ankamen kaufte ich mir als erstes das späteste Rückfahrticket, das war gegen 22.00 Uhr. Dann musste ich den Bus suchen, der in die Stadt fährt, da das Terminal etwas außerhalb war. Gott sei dank stand in meinem Reiseführer, dass es der S18 ist, ansonsten wäre man ziemlich aufgeschmissen, da man keine Beschilderung dafür findet und er fuhr auch noch von der anderen Seiten des Terminals ab, von dem die Langstreckenbusse abfahren. Also vielleicht habe ích mich auch nur etwas ungeschickt angestellt, aber ich fand das alles echt nicht so einfach, alle Dinge zu finden. Meine malayische Freundin in Hongkong hat mich darin aber auch bestätigt und gemein, dass sie es ziemlich bewundernswert findet, dass ich mir das alles zutraue, gerade weil es so schwer ist sich zu orientieren.

In Melaka habe ich dann eine 2 stündige Rickshaw Rundfahrt gemacht und dabei alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gesehen. Mein Guide war auch sehr ambitioniert und hat mir viel Geschichtliches erzählt, wobei ich große Schwierigkeiten hatte ihn zu verstehen und manchmal war ich mir nicht so sicher, ob er das was er erzählt auch verstanden hat, da manche Sacher etwas verdreht erschienen. Nichtsdestotrotz war es sehr interessant und sehenswert. Eine Überraschung war, dass ich bei einem Schuhmacher, der Schuhe für Bound Feets herstellte, einen deutschen Artikel fand.


Der erste Bus ohne Klimaanlage

Früher waren die Häuser weiß, aber der Backstein hat immer durchgeschienen, sodass man sie letzendlich einfach rot gestrichen hat.

Die Nachbildung der portugiesischen "Flor de la Mar", die gefüllt mit Schätzen aus Melaka vor der Küste gesunken ist, als sie auf dem Rückweg nach Portugal war. Sie wurde niemals wiedergefunden.

Dort wo die Häuser heute stehen, war früher die Küstenlinie.

Die portugiesische St. Pauls Church.  

Ein lokaler Maler, mit dem ich mich lange unetrhalten habe :-)

Ein deutscher Artikel über Bound Feet.

Die Füße der chinesischen Frauen wurden auf diese Größe zusammengebunden. Diese Praxis ist heutzutage jedoch verboten.

Walking in the streets of Melaka

Die japanische Armee erobert Malaysia via Fahrrad



Ein echt cooler Police Officer
Nach dieser Tour hatte ich einen riesen Hunger, es war gegen 17.00 Uhr und ich hatte seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. Eigentlich wollte ich typisch melakkisch essen, aber die Restaurants öffneten alle erst so spät und so lange konnte ich nicht warten. Glücklicherweise fand ich einen Hawker Stall an dem die einen schon chinesische Suppe servierten, also aß ich wieder chinesisch :-)
Als ich dann meinen weiteren Tag planen wollte, viel mir auf, dass die Museen in die ich noch gehen wollte, bereits um 16.30 geschlossen hatten. Also entschließ ich mich ein wenig durch die Stand zu schlendern und musste feststellen, dass die meisten Geschäfte um 18.00 Uhr schlossen. Hm mein Bus zurück ging um 22.00 was sollte ich denn jetzt noch die ganze Zeit machen? Ich verscuhte mein Glück und fuhr zurück zu der Busstation um zu schauen, ob ich mit meinem Ticket auch einen Bus eher nehmen könnte. Als ich bei der Tourismusinformation anchfragen wollte, wo der Bus in Richtung Busterminal wieder abfährt, hatte ich Glück und eine Beamte holte gerade die Fahnen vor dem Büro ein und konnte mir weiterhelfen. Es gab wieder keinen Fahrplan und keine Beschilderung. Ich musste aber nicht lange warten und dann kam ein roter Bus(die Frau von der Touristeninformation hatte etwas von einem roten Bus erzählt) und er hatte auch die S18 in der Windschutzscheibe hängen. Dann müsste das ja meiner sein, hoffte ich. Die Hinfahrt hatte mich 1MYR gekostet, jetzt wollte der Busfahrer aber 1,5 MYR haben. Ich war so schon etwas von der uneffizienz dieses Tages abgenervt und hatte auch nur noch 1 MYR oder scheine in meinem Portmonaie und meinte gereizt, dass ich mit dem Bus auch hergefahren bin und dass ich weiß dass es nur 1 MYR sind. Ich weiß nicht, ob er dann den Preis aus Nettigkeit oder aus anderen Gründen herunter gesetzt hat, denn die Strecke war eine andere als auf der Hintour und vielleicht war die Rückfahrt ja wirklich teurer. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass der Bus für manche Fahrgäste seine Route etwas abänderte, denn auf einmal waren wir in einem Wohngebiet mit echt engen Straßen, aus denen er dann auch wieder nciht so einfach herauskam und irgendwann stieg eine Frau aus, eine Bushaltestelle war weit und breit nicht zu sehen. Das es keine Bushaltestelle gab, muss ja aber nicht heißen, dass es nicht auf der offiziellen Route lag. :-)
Als ich dann wieder an der Melaka Sentral Station (ja sie schreiben Central einfach mit S) musste ich einen kleinen "Aufpreis" zahlen und konnte dann bereits mit dem Bus um 20.00 Uhr zurück fahren. Die Langstreckenbusse sind echt komfortable muss ich sagen. Es gibt große gemütliche Sessel und man hat ausreichend Platz. Als ich dann wieder in KL war, ging ich noch zum dem Merdeka Square der sich vor dem Sultan Abdul Samad Building befindet. Es war wirklich wunderschön beleuchtet. Was mich jedoch verwunderte war, dass auf dem Rasen viele Eltern noch mit ihren Kindern spielten und kleine Propeller mit LED Lichtern in den Himmel schossen. Es war jetzt schon fast nach Mitternacht und die Kinder waren noch nicht besonders alt. Nachdem ich ihnen ein wenig zugesehen hatte, ging ich zurück zu meinem Hostel und fiel todmüde in mein Bett.


Weihnachtliche Deko

Mittwoch, 4. Januar 2012

Eine Auszeit in Malaysia - Tag 1

Da mein Flug erst um 4 Stunden nach hinten verschoben wurde und dann auch noch eine Stunde Verspätung hatte, kam ich erst um 3 Uhr morgens in meinem Hostel an und war todmüde. Als ich ein Ticket fuer den Transferbus vom Flughafen nach Kuala Lumpur kaufen wollte, erkundigte ich mich welche Währung denn alle akzeptiert werden. Alle. Uh das ist ja praktisch dachte ich mir, da ich noch keine Gelegenheit gehabt hatte, einheimische Währung abzuhaeben und nur Hongkong Dollar bei mir hatte. Also sagte ich der Verkäuferin, dass ich Hongkong Dollar habe und gern ein Ticket haette und erwarte, dass sie mir jetzt den Preis sagen wuerde, aber NEIN weit gefehlt haha. Anscheinend verlaesst man sich auf die Ehrlichkeit der Touristen, denn das Umrechnen blieb meine Sache. Ich wüsste gern, ob sie jede Summe akzeptiert hätte oder ob sie selbst auch mitgerechnet hat. Naja ich werde es nie erfahren. Am Flughafen hatte ich noch einen Backpacker getroffen, dessen Flug früh um 10 Uhr ging und der für die Nacht noch eine billige Unterkunft suchte, also haben wir uns einfach das Taxi geteilt und sind zu dem Hostel gefahren in dem ich reserviert hatte. Etwas ungewöhnlich war, dass man sich seine eigene Toilettenpapierrolle kaufen musste, aber gut ich glaube das lag daran, dass man normalerweise kein Toilettenpapier in Malaysia benutzt und das deswegen nur für die internationalen Gäste angeboten wurde. Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg um die Stadt zu erkunden. Ich finde es ist eine interessante Stadt. Dreckiger als die, die ich zuvor gesehen habe und es gibt auch mehr Obdachlose und trotzdem habe ich mich immer sicher gefühlt, trotzdem ich dauernd mit einem "Hi" oder "Hello" begrüßt wurde. Mein persoenlicher Favorit war "Hi, Spicegirl." :D
Ich war mir nicht ganz sicher, wie ich mich zu verhalten hatte, denn die Bevölkerung Malaysias besteht aus 3 großen ethnischen Gruppen: den Muslimen, den Chinese und den Malayen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wo die Muslime herkommen, deswegen belasse ich es einfach so. Ich denke der Kernkonflikt ist nichtsdestotrotz ersichtlich. Auffallend war, dass Frauen in öffenlichen Positionen, also zum Beispiel beim Zoll immer ein Kopftuch trugen. Ich habe später eine Freundin in Hongkong gefragt, die aus Malaysia kommt und sie meinte, dass es für die anderen Gruppen schwer ist an Regierungsjobs zu kommen.
Ich entschied mich ein schulterbedeckendes T-Shirt und ein Halstuch zu tragen, dass ich in Situationen in denen es angebracht erscheint ausbreiten und über die gesamten Arme legen kann.

Direkt vor meinem Hostel war ein Straßenstand mit Essen. :D Das musste ich natürlich ersteinmal probieren. Die frittierten Bananen waren echt lecker, zumal die Bananen auch anders schmecken als wir sie kennen, irgendwie mehliger finde ich. Und mein absoluter Liebling waren die Curry-Cookies mit Mais und noch irgendetwas anderem (auf dem Bild 2. von links)


Auf diesem Plataeu hier rechts, wurden abends immer Stühle hingestellt und es wurde laut Musik gespielt. Aus Lautsprechern, das ist deshalb verwunderlich, da ein Einheimischer es uns als Livemusik verkaufen wollte, glaube ich zumindest. Jedenfalls war es niedlich, da ich an einem Abend hier essen war, die eine Kellnerin aber nur gebrochen Englisch sprechen konnte. Sie fand es aber toll, dass ich da war und meinte dann, dass ich den nächsten Abend wieder kommen sollte. Das fand ich süß.
Die große Schiene über Straße ist übringens für die Metro, welche nicht in staatlicher Hand ist, sondern unter verschiedenen Betreibern aufgeteilt ist. Das ist manchmal etwas uncomfortabel, denn wenn man an der einen Station umsteigen möchte, muss man erst ganz raus gehen um ein neues Ticket bei dem anderen Betreiber zu kaufen und dann die andere Bahn zu nehmen. Ich nehme an, wenn man ein Monatsticket für das ganze Stadtgebiet benötigt muss man auch 3 oder 4 verschiedene kaufen (bei jedem Betreiber eine)


Kuala Lumpur hat auf mich einen sehr gegensätzlichen Eindruck gemacht. Klein neben Groß. Neue neben verfallenen, ausgebrannten oder verlassenen Häusern, Dorf und gleichzeitig Großstadt.






Nachdem ich dann bereits eine Weile unterwegs war, bekam ich Hunger und beschloss in einen der Restaurant essen zu gehen, die ein Buffet hatten. Dummerweise sprach niemand fließend Englisch, was die Sache etwas schwierig machte. Letzendlich nahm ich mir dann einen Teller und nahm etwas vom Buffet, dann wollte ich gern noch einen Brotfladen. Ich hatte bereits gesehen, wie er auf der einen heissen Platte gemacht wurde und ging also zu dem Koch und versuchte ihm mitzuteilen, dass ich gern diesen Brotfladen hätte. Naja ich bekam ein Spiegelei. Immerhin ist beides rund.
Ich gab aber mit meinem Fladen nicht auf und zufällig öffnete ein andere Kellner eine kleine Box, wo ganz viele Fladen warm gehalten wurden. Super dann konnte ich also auch darauf zeigen und hatte jetzt mein Essen zusammen. Trinken war dann einfacher, da  wir festgestellt hatten, dass wir uns eh nicht verstehen hat er mir irgendwas gebracht. Und irgendwas war ultra süßer Litschisaft. Beim Essen beobachtet ich dann die anderen Gaeste und es stellte sich herraus, dass das Buffet nur fuer die Kellner ist. Man setzt sich, bestellt bei den Kellnern und die holen das dann vom "Buffet".  Hatte ja auch alles so geklappt zum Glück. :-)
Ich hatte mich unter anderem fuer gelbes Curry mit Meeresfruechten entschieden und war gerade dabei den Tintenfischkopf zu halbieren, als aus dessen Spitze ein feiner Strahl gelber Currysosse mit Überschallgeschwindigkeit in meine Richtung spritzte. Ich hatte keine Chance mehr zu reagieren. Natuerlich trug ich ein weisses T-Shirt und so hatte sich der urspruengliche Plan, in dem ich das Halstuch bei angemessenen Gelegenheiten ueberwerfen wollte erledigt und ich trug es den gesamten Tag, um die gelben Fleck zu verdecken.
Mein nächstes Ziel waren die Petronastower. Also machte ich mich per pedes auf den Weg zu dem vierthoechsten Gebauede der Welt. Aber Fussgaenger haben es echt nicht so einfach in Kuala Lumpur, denn die Fussgängerampeln sind zwar da, funktionieren aber fast nie (siehe Beweisfoto) Oder es gibt nur Pseudofussgängerwege, aber darauf werde ich später eingehen.



Ich kaufte eines der letzten Tickets für die letzte Auffahrt zu der Aussichtsplatttform an diesem Tag welche um 17.30 war. Leider war es aber erst 13.00 Uhr, sodass ich mich entschloss in der Zwischenzeit zu den Batu Caves zu fahren. Dies ist ein hinduistischer Tempel in einer Felsspalte, der nördlich von Kuala Lumpur liegt, mit der Metro aber gut zu erreichen ist. Neben dem Temple Cave gibt es auch eine Dark Cave, in der eine der seltesten und ältesten Spinnen dieser Welt lebt (ihre Vorfahren haben bereits zu Zeiten der Dinosaurier gelebt) In dieser Dark CAve nahm ich an einer kurzen Führung teil. Das witzige dabei war, dass als ich auf den Beginn der Führung wartete von einer Chinesin in meinem Alter angesprochen wurde, on ich an der Führung teilnehme. Denn sie würde eigentlich auch ganz gerne, hatte aber zu viel Angst und als ich ihr versicherte, dass wir das zusammen machen können rang sie sich durch und schrieb sich auch ein. Wie unterhielten uns ein wenig über unsere Studienrichtungen und da erfuhr ich, dass man in China keine freie Wahl bezüglich des Studienfaches hat. Man macht einen Einstufungstest und danach bekommt man 2 Alternativen zur Auswahl. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass die Alternativen das Fach und die Universität und somit den Ort des Studiums vorschreiben. Ein hoch auf die deutsche Entscheidungsfreiheit.

In der Höhle gab es 2 verschiedene Fledermausarten, Insektenfresser und Fruchtfresser. Die Frucht fressenden Fledermäuse kann man hören und die können auch im Gegensatz zu den Insekten fressenden sehen. Und die Reste die die Fruchtfresser fallen lassen sammeln sich dann auf dem Boden und werden von Horden von Kakaleken gefressen und die werden dann wieder von den Insektenfressenden Fledermäusen gefressen. Circle of Life :-)
Zur Begrüßung gleich neben dem Metroausgang

Man beachte die vielen Treppen im Hintergrund

Ein Baum, der durch denTempel wächst

Als ich mich danach auf den Weg in die Temple Cave machte musste ich einen kurzen Fotoshoot stop machen, um den mich ein paar Chinesinnen baten. (Dieses Celebrityleben werde ich unter Umständen vermissen :-) ) Auf der Rückfahr nach Kuala Lumpur saß ich in einem Wagon, der nur für Frauen bestimmt war. Ein Pärchen kam gerade noch in letzter Sekunde und realisierte nicht gleich in welchen Wagen sie gesprintet sind. Sie wurden sofort darauf aufmerksam gemacht, dass dies nur ein Frauen wagen ist und verließen ihn dann auch umgehend.

Ein Regenschauer am Ende der Regenzeit

Der Blick von der Temple Cave zur Lichtung, die ebenfalls einen Tempel hatte

Der Ladies- only-Wagen
 Dummerweise hatte ich mich etwas verspätet und war 17.35 an dem Treffpunkt ( auf der Eintrittskarte stand dass man bereits um 17.15 das sein sollte), leider waren alle schon weg, aber ich konnte die Sicherheitsleute überzeugen, dass sie mich doch noch rauf lassen :D Nach mir kam dann noch ein anderes Pärchen und so war das ganze nicht nur für mich allein, denn es musste extra einer der Sicherheitleute erneut herunterkommen um uns abzuholen. Die Stadt war durch den Regen, der kurz zuvor gestoppt hatte, in Nebelschwaden gehüllt, die vermischt mit dem Sonnenlicht märchenhaft und majestätisch wirkten.


Als die gesamte Besuchergruppe wieder nach unten fuhr, kam ich mit einem Nürnberger, einem in Australien lebenden Polen und einer in Südafrika geborenen Engländerin ins Gespräch. Wir entschieden uns noch ein Bier trinken zu gehen und das erste was wir sahen, als wir uns an den Tresen setzten, war eine Kakalake die quer über den gesamten Tresen lief. Wir schnipsten sie zurück hinter die Bar und bestellten unser Bier :D (Man härtet ab mit der Zeit)
Danach stattet wir den Berliner Bären Ausstellung noch einen Besuch ab und suchten einen Streetfood- Stand um zu Abend zu essen. Es ist witzig wie schnell man neue Menschen kennenlernt und mit ihnen ins Gespräch kommt.
Nach dem Essen verabschiedeten wir uns und jeder ging wieder seiner Wege.


Dienstag, 29. November 2011

Cantonese Opera Day

Die letzten Tage hatten wir hier eine unglaublich klare Sicht. Es ist jetzt Ende November und immer noch um die 20 Grad und bei einem solch schönen Sonnentag wurde mir die kantonesische Oper näher gebracht und dieses Wissen möchte ich natürlich gern teilen. :-) Die chinesische Oper beinhaltet verschiedene Kunstformen, wie den Tanz, Gesang, Akrobatik und Schauspielerei. Die kantonesische Oper als eine Sonderform der chinesischen Oper wurde von der UNESCO sogar in die "Representative List of the Intangible Cultural Heritage of Humanity" aufgenommen.
Früher wurden selbst die Frauenrollen in der Oper von Männern gespielt, da es den Frauen nicht erlaubt war, an dieser Kunstform mitzuwirken. Damit dem Zuschauer aber sofort bewusst ist, ob die Person auf der Bühne eine Frau oder einen Mann representiert gibt es ein paar Erkennungsmerkmale.
Der Mann:
Er hat eine kahle Stirn und bewegt sich mit großen Schritten. Je weiträumiger seine Schritte und je größer seine Füße sind, desto mehr Macht und Einfluss representiert er. Seine Gewänder können auch sehr schön und auffällig geschmückt sein. Er spricht und singt mit normaler Tonlage. (Das gilt dann heutzutage auch für die weiblichen Künstler, die einen Mann spielen)
Die Frau:



Sie hat 7 Haarsträhnen auf der Stirn und ist in ihren Bewegungen sehr vorsichtig und erhaben. Der Frauencharakter macht nur sehr kleine Schrittte. Den Frauen wurde in China früher die Füße verbunden, sodass sie nicht mehr weiterwachsen. Als sehr kleiner Fuß gilt als schön und erhaben. Dadurch konnten die Frauen sich aber kaum bewegen, was durchaus gewollt war, da sie somit den Hof nicht verlassen und ihrem Mann keine Schande bringen konnten. Aus diesem Grund sieht man viele Frauen auf alten Zeichnungen, die in Sänften durch die Gegen getragen wurden. Das lag nicht daran, dass sie zu faul waren zu laufen, sondern es kaum noch konnten. Aber zurück zur Oper. Der Frauencharakter singt und spricht eine gesamte Oktave höher als der Männercharakter und ist daher relativ leicht zu erkennen.

Nebenbei die Ponpons symbolisieren Reichtum und die roten sollen besonders gut sein :-)

Dann gibt es noch den Clown:

Er ist für die Belustigung des Publikums zuständig und wird auch Chou oder "partly painted face" genannt. Denn im Gegensatz zu den anderen Charakteren ist immer nur ein Teil seines Gesichtes geschmickt. Meist ist dieser geschminckte Teil in der Form eines Rechtecks.

Und zu guter Letzt: "the painted face"

Dieser Charakter kann je nach Gesichtsbemalung unterschiedliche Charaktere einnehmen. Ein weißes Gesicht würde zum Beispiel bedeuten, dass er ein Feind ist. Denn weiß ist in China die Farbe des Todes. So wirklich gemein und feindlich sieht er jetzt auf dem Bild nicht aus, aber ich kann ja auch nur wieder geben, was mir erklärt wurde. :-) (Und er hat viele rote Ponpons, also ist es höchstwahrscheinlich ein reicher Feind :D )

Weiterhin interessant sind die Fahnen auf dem Rücken.

Früher hatte jeder Kriegsherr sein eigenes Wappen und hat dieses auf diesen Fahnen auf seinem Rücken getragen.

Und zum Schluss können wir auch all unser Gelerntes als Zuschauer einer kleiner Vorführung anwenden. :-)
Der Cantonese Opera Day, erklärt aber nicht nur netterweise Ausländern, was es mit dieser Kunstform auf sich hat, sondern gibt auch die Möglichkeit zum Fotoshooting mit den Stars. Besonders hinreißend fand ich die recht lange Schlange älterer Frauen, die für ein Autogramm mit ihrem Lieblingsopernstar anstanden. :-)

Wie sie sich freuen :-)

Paint your Cantonese Opera Day Impressions



HKG - I love this city :D

Cantonese Opera Day am TST Pier

Mittwoch, 23. November 2011

Wahlen in China ;-)

Heute wurde gewählt. Undzwar die 10. Wuhua Hall Students Association. Was das ist? Das ist eine Gruppe von 10 engagierten Studenten, die sich für die Belange der Hall und  hallinterne Aktivitäten einsetzt. Diese Wahl wurde lange vorbereitet, seit Wochen hängen die Bewerbungszettel der Bewerber an unserer Pinnwand (im Hintergrund zu sehen) und geben Auskunft darüber, warum die jeweilige Person diesen Job gern übernehmen würde. Vor kurzem gab es auch eine Infoveranstaltung an dem die gesamte Hall Fragen an die Gruppe stellen konnte. Jeder Bewerber hat seine feste Position, einer ist Präsident, der andere Finanzsekretär, ein Weiterer Vizepräsident und Sekretär für äußere Angelegenheiten. Um eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, plazierten sie sich sogar vor den Fahrstühlen und baten jeden Passanten an der Wahl teilzunehmen. Siehe Foto.
Gegen wen trat die Gruppe denn jetzt aber genau an? Gegen niemanden. Entweder es gibt die Hall Association, weil sie gewählt wurde oder es gibt sie nicht. Und wie viele Stimmen müssen sie insgesamt erhalten, um in das Amt zu kommen? Das ist egal, die Hauptsache ist, dass es mehr Stimmen dafür als dagegen sind.

So lächerlich wie es im ersten Moment klingt, ist es aber gar nicht, finde ich, denn zum einen zeigt es der Association, dass die Mehrheit der Hall hinter ihnen steht und weiterhin würde niemand diesen Aufwand betreiben, wenn ihm nicht wirklich etwas an dieser Position liegt und er sich später auch für die betreffenden Belange einsetzten möchte. Mich hat mal wieder die Motivation und Entschlossenheit mit der sie dieses Projekt betrieben haben verblüfft, beeindruckt und überzeugt. :-) Und nachdem ich natürlich führ die 10. Association gewählt habe (in geheimer Wahl, hinter einer Wand und das Kreuz musste genau innerhalb des Rechtecks sein, was in der "Wahlkabine" auch noch einmal auf chinesisch und mit Bildern erklärt wurde) haben sich bestimmt 3 oder 4 Studenten bei mir bedankt.

Montag, 21. November 2011

Aberdeen und das schwimmende Restaurant

Mein Reiseführer bezeichnet Aberdeen als das zweite Wahrzeichen Hongkongs neben dem Victoria Peak. Einem so großen Bekanntheitsgrad würde ich dem ehmaligen Fischerdorf mit den vielen Hausbooten nicht unbedingt zugestehen, dennoch lohnte siche eine kurze Besichtigung. Früher lebten ca. 5000 Familien ausschließlich auf dem Wasser und die Menschen verließen ihre Boote nur um ihren Fang auszuladen oder um einkaufen zu gehen. Sogar Tiere leben auf den Booten, wie zum Beispiel Hunde oder Hühner.
Aberdeen hat 2 sogenannte typhoon shelter, sodass die Boote auch während eines Typhoons in Sicherheit sind.
Die "boat people" haben ihre eigene Kultur entwickelt, was eine eigene Sprache, Hochzeitsrituale oder Lieder mit einschließt. Die meisten von ihnen leben jedoch in Armut, da je nachdem wie der Fang ausfällt auch das Einkommen schwankt. Ein weiteres Problem war die Bildung der Kinder, denn aufgrund der vielen Zeit, die die Familien auf See verbrachten, gingen viele Kinder nicht in die Schule. Daraufhin wurden von sozialen Einrichtungen schwimmende Schulen gegründet, die versuchten eine Grundbildung in den verschiedenen typhoon sheltern zu etablieren.







Eine besondere Attraktion ist das schwimmende Restaurant, welches wir auf der Hafenrundfahrt jedoch nur von außen gesehen haben und das Essen nicht verkosteten.
Vorderseite des Restaurants

und die Rückseite :-)
 Und hier hätten wir dann noch ein paar nette Yachten. :-)



Pink Dolphins

Eine weitere Einzigartigkeit Hongkongs ist, dass in den westlichen Gewässern, hinter Lantau Islands weiße und pinke Delphine leben. Sie gehören zu der Rasse der Indo-Pacific humpback dolphins oder werden auch chinese white dolphins genannt. Bevor ich weiter über die Tiere berichte, ersteinmal ein paar Fotos, denn sie sind wirklich pink :-)





Genau genommen werden sie grau geboren und bekommen in der Pubertät ihre ersten pinken Punkte. Sobald sie dann erwachsen sind, ist ihr gesamter Körper pink.
Es gibt verschiedene Erklärungen, warum diese Delphine eine solch helle Färbung annehmen. Zum einen könnte fehlende Sonneneinstrahlung zu einem Pigmentverlust beitragen. Ein anderer Grund könnte das Fehlen von natürlichen Feinden, wie zum Beispiel Haien sein, wodurch eine tarnende Färbung wie grau nicht mehr notwendig ist.
Die Tiere schwimmen gern den Fischerboten hinterher und fressen die Fische, die aus den Netzten rutschen und genau bei dieser Aktivität konnten wir sie auch beobachten.
Wer sich den Trip jetzt jedoch als idillische Fahrt auf das große weite Meer vorstellt, liegt knapp daneben. Denn nicht nur das die großen Containerschiffe allgegenwärtig waren und die nach Macau fahrenden Schnellboote ständig unseren Weg kreuzten, auch die Aussicht auf die Fabrikgebäude minderten ein wenig die Freude über diese wunderbaren Tiere.



Der Indo-Pacific humpback Delphin lebt etwa 40 Jahre. Die Tiere in der Nähe Hongkongs werden jedoch nur circa 30 Jahre alt. Sie haben mit Überfischung, Umweltverschmutzung und Müll in den Gewässern zu kämpfen. Einige von ihnen haben tiefe Narben, weil sie sich beispielsweise in einem Seil verfangen haben und dieses sich tief in ihre Haut eingeschnitten hat.

Das Leben in den Halls

Vor kurzem hatten wie hier den Hall- internen Singing Contest. Also die Halls sind das Studentenwohnheim. Das gesamte Studentenwoheim ist in verschiedene Halls aufgeteilt. 2 Stockwerke bilden eine Hall und es gibt zum Beispiel eine Hall in der nur Mädchen wohnen, aber der Rest ist gemischt glaube ich. Jede Hall hat ein Organisationskomitee, das verschiedene Abende organisiert. Zum Beispiel hatten wir einen England Abend an dem dann Essen für alle gemacht wurde und wir verschiedene Spiele gespielt haben. Sie sind so unglaublich kreativ hier. Zum Beispiel haben sie versucht Quiddich aus Harry Potter nachzuahmen. Es gab 2 Teams und jeder Spieler musste sich einen Besen zwischen die Beine klemmen und versuchen den Ball in das Tor des Gegners zu spielen. Gleichzeitig muss einer aus jedem Team versuchen, einen Marshmallow mit dem Mund in der Luft zu fangen. Also der Marshmallow war an eine Schnur gebunden und wurde von einer höheren Gallerie aus hin und her geschwungen. Das Team, das Fangen des Marshmallows gab eine sehr hohe Punktzahl, das Spiel war dann aber nicht zu Ende, sondern man konnte immer noch weiter versuchen Tore zu schießen. Es wurde 5 Minuten pro Runde und 2 Runden gespielt.
Wenn die Erstsemestler an die Uni kommen gibt es eine Woche lang ein "Orientation Camp". Das war absolut crazy, denn sie haben wirklich jeden Abend bis 2 Uhr nachts gespielt und sich gegenseitig angefeuert.
Naja jedenfalls gibt es auch einen Contest zwischen den Halls. Dieser Contest schließt ziemlich viel mit ein, wie z.B. Sportwettberbe (Schwimmen, Badminton, Volleyball, ...), Energieverbrauch, Sauberkeit und unter anderem auch den Singing Contest. Der Singing Contest ging über 2 Abende und jeder konnte sich anmelden. Die meißten haben solo mit Hintergrundmusik gesungen. Es gab aber auch Gruppen, die teilweise echt verrückt waren (siehe Videos) und instrumental Beiträge. Größtenteils hielt sich die Qualität eher in Grenzen, aber manche waren auch echt verdammt gut. Leider war mein Speicherplatz bei den Guten bereits voll. :-)

http://www.youtube.com/watch?v=NsXbJYpssFA&feature=feedu
http://www.youtube.com/watch?v=USDIxMdc9PM&feature=feedu
http://www.youtube.com/watch?v=L5KLmRYgVog&feature=feedu
http://www.youtube.com/watch?v=ZTZKEw76jz4&feature=feedu